In seiner 1969 entstandenen Komposition für sechs Schlagzeuger «Persephassa» befragt Iannis Xenakis das Verhältnis von Raum, Zeit und Ritual. Der Titel verweist auf Persephone, die Göttin zwischen Ober- und Unterwelt: eine Figur des Übergangs. Die Perkussionistinnen und Perkussionisten des Orchesters der Oper Zürich interpretieren das Werk in einem Set-up, das die Verräumlichung des Klangs erfahrbar macht.
Rund um Mitternacht gestalten die Sängerinnen Flavia Stricker und Siena Licht Miller ein Vokalprogramm, das die lyrisch-nächtliche Stimmung in besonderer Weise einfängt, mit Werken von Heitor Villa-Lobos, Gustav Mahler und anderen.
Einen Höhepunkt bildet der Auftritt des Komponisten und DJs Gabriel Prokofiev, dessen Musik demnächst auch in Cathy Marstons neuem Ballettabend «Ein Sommernachtstraum» zu hören ist. Gemeinsam mit Musikerinnen und Musikern des Orchesters und dem Tänzer Jorge García Pérez interpretiert Prokofiev seine Werke «Breaking Screens» und «Howl!»: pulsierende Beats und Ambient-Klänge treffen auf klassische Instrumente und eine energetische Solo-Tanzimprovisation. Musik im Hier und Jetzt.
Ein weiteres besonderes Ereignis ist ab 22 Uhr im Spiegelsaal zu erleben. Erik Saties «Vexations» («Quälereien») gehört zu den grossen Kuriositäten der Musikgeschichte: Für ein kurzes Motiv schreibt Satie – wahrscheinlich 1893 – insgesamt 840 Wiederholungen vor. Was als Zumutung beginnt, wird im Verlauf der Stunden zu einer einmaligen Kunsterfahrung von besonderer emotionaler Tiefe. Eine Gruppe von Pianistinnen und Pianisten interpretiert das Werk erstmals am Opernhaus Zürich.