Kurzgefasst
Tradition oder Innovation in der Kunst? Ist der goldene Mittelweg der richtige Weg? Welchen Stellenwert soll die Kunst innerhalb der Gesellschaft haben? Solchen Fragen geht Richard Wagners Oper Die Meistersinger von Nürnberg nach und liefert das Sitten- und Spiegelbild einer Gesellschaft, die im Spiessbürgertum ersticken würde, erhielte sie nicht wichtige Impulse von aussen. Der junge Walther von Stolzing bewirbt sich um die Aufnahme in die Meistersinger-Zunft, um beim bevorstehenden Wettsingen als Preis die Hand der Goldschmiedstochter Eva zu erringen. Mit seinem unkonventionellen Probelied scheitert er zunächst vor den nur auf Einhaltung der Regeln bedachten Ohren der Meistersinger. Es ist der Schusterpoet Hans Sachs, der ihm schliesslich die Gesetze der Kunst und der Form beibringt und ihm auch den Weg zu seinem Liebesglück ebnet: Stolzing wirft seinen Mitbewerber, den pedantischen Sixtus Beckmesser, beim Preissingen aus dem Rennen. In der Wiederaufnahme von Harry Kupfers Inszenierung stellen sich zum ersten Mal an unserem Hause der Dirigent Sebastian Weigle, Emma Bell (Eva) und Albert Dohmen (Hans Sachs) vor. Wie schon an der Premiere sind Roberto Saccà als Stolzing und Martin Gantner als Beckmesser zu erleben.