Kurzgefasst
Anlässlich der Premiere von Hindemiths Oper «Cardillac» stellt dieses Kammerkonzert drei zentrale Werke der Bläserkammermusik des 20. Jahrhunderts vor. Das «Septett für Blasinstrumente» zeigt Hindemiths Stilwandel seit den 1930er-Jahren: weg vom frechen Experimentieren der früheren Schaffensperiode hin zu traditionelleren Formen und Satztechniken. Das Finale allerdings hat einen konkreten biografischen Hintergrund: Über einer Doppelfuge erklingt der alte Berner «Bärenmarsch», den Hindemith während seiner Schweizer Exiljahre kennenlernte. Eine verklärende Rückerinnerung ist Leoš Janáčeks «Suite für Bläsersextett «Mládí»» (Jugend): Der 70-jährige Komponist schrieb sie 1924 während der Arbeit an der Oper «Die Sache Makropulos», in der es um das ewige Jungsein geht. Alexander von Zemlinskys kurze «Humoreske» für Bläserquintett – ein Auftragswerk für Schulen – ist das letzte Werk des einflussreichen Wegbereiters der Moderne, der 1942 verarmt im New Yorker Exil verstarb.